Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Bücher

Montagsfrage #37

Wordworld stellt heute die buchige Montagsfrage:

Wie informiert oder involviert seid ihr bei öffentlichen Diskussionen über Bücher bzw. Autorinnen und Autoren?

Zunächst einmal bekomme ich viele Diskussionen nur am Rande mit. Ich interessiere mich herzlich wenig für Dramen, die sich in gewissen Sparten abspielen (gilt auch für Film, Musik,...). Interessiert mich eine Sache aber tatsächlich aus dem ein oder anderen Grund, dann versuche ich, bis zur eigentlichen Quelle zu recherchieren, um mir mein eigenes Bild zu machen. Meist gehe ich nach dem Prinzip "in dubio pro reo" vor, aber manche Dinge, die ich dann lese, sind auch einfach nur zum Fremdschämen. In so einem Fall ziehe ich daraus meine persönliche Konsequenzen, versuche aber nicht, andere Menschen von der Meinung, die ich mir gebildet habe, zu überzeugen. 

Internetquellen sind ohnehin mit Vorsicht zu genießen. Es gibt so viele Falschinformationen und -darstellungen, dass ich mittlerweile selbst eigentlich "seriösen" Nachrichtenseiten mit einer gewissen Skepsis gegenübertrete. Auch Fernsehinterviews sind nicht selten manipulativ und betrachten nur einen winzigen Ausschnitt eines Gesamtbildes. 

Ich halte mich deswegen aus öffentlichen Diskussionen heraus, soweit es geht. In vielen Fällen kann ich nicht einmal aus der Sicht einer Betroffenen argumentieren, was es für mich dann noch schwieriger macht, mich fundiert einzubringen. 

Last but not least: Es gäbe ohnehin viel mehr über Bücher und ihre Messages zu sagen, als das, was gerade aus irgendwelchen Gründen Klicks und damit Geld bringt. Ans Licht gezerrt werden nur sehr spezielle Themen, aber das, was man in Masse liest, ist eigentlich auch kritisch zu betrachten (für mich wären das beispielsweise die Bücher von Frau Hoover).

Sonja 12.09.2022, 09.40 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Chloe Gong - These Violent Delights

 "1926 – Shanghai pulsiert im Rhythmus der Ausschweifungen.
Eine Blutfehde zwischen zwei Banden färbt die Straßen rot und lässt die Stadt hilflos im Chaos versinken. Im Zentrum des Geschehens steht die achtzehnjährige Juliette Cai, eine emanzipierte junge Frau, die die stolze Nachfolgerin an der Spitze der kriminellen Scarlet Gang werden will. Ihre einzigen Rivalen an der Macht sind die White Flowers, die die Scarlets seit Generationen bekämpfen. Jeder Schritt der White Flowers wird von Roma Montagov geplant, Juliettes erster Liebe ... und ihrem ersten Verrat.
Doch als Gerüchte über eine Krankheit umgehen, die in den Wahnsinn treibt, und sich die Todesfälle häufen, müssen Juliette und Roma ihre Waffen – und ihren Groll – beiseitelegen und zusammenarbeiten. Denn wenn sie dieses tödliche Chaos nicht aufhalten, wird es keine Stadt mehr geben, die sie regieren können."

Wer den Klappentext liest und über die Namen "Roma" und "Juliette" stolpert, wird sehr schnell merken, dass es sich bei dieser Geschichte um eine Nacherzählung von "Rome und Julia" handelt - aber nur sehr, sehr lose. Es ist ähnlich genug, um Bekanntes zu entdecken, aber auch fremd genug, um die Spannung zu erhalten. Richtig gut gelungen fand ich das Horrorelement in dieser Geschichte. Das hat dem Ganzen etwas Besonderes verliehen. 

"These Violent Delights" (deutsch: "Welch grausame Gnade") ist der erste Band einer Dilogie, d.h. es gibt ein offenes Ende. Ich muss nun unbedingt den zweiten Band bestellen!

Sonja 27.07.2022, 07.53 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Blake Crouch - Update

 "Upgrade" ist das neueste Buch von Blake Crouch, der mit "Dark Matter" ziemlich bekannt wurde. 

Wir befinden uns in der Zukunft nach einer großen Hungerkatastrophe.
Logan wird zu einem Einsatzort gerufen, bei dem alles schief geht und er im Krankenhaus landet. Kurze Zeit später merkt er, dass sich sein Körper verändert. Seine größten Befürchtungen werden wahr, als er erfährt, dass seine Gene ein Upgrade bekommen haben. Und dies alles ist Teil eines größeren Plans, den nur er wird verhindern können...

Das Buch beginnt eigentlich sehr vielversprechend. Die Idee ist zwar nicht unbedingt neu, aber das Setting ist spannend. Aber leider macht Crouch aus der Idee nicht wirklich etwas. Er verliert sich in Actionszenen, die so wirken, als wären sie für eine Verfilmung geschrieben. Dazwischen wirft er Rechercheinfos in den Text, die meiner Meinung nach viel zu wissenschaftlich und unverständlich sind. Sie werfen Leser:innen wie mich ohne Backgroundwissen immer wieder aus der Geschichte hinaus.
Auch die Charaktere reißen nichts raus. Sie sind flach und erinnern einfach nur an stereotypische Superheld:innen ohne Seele, ohne Persönlichkeit.

Kein Buch, das man gelesen haben sollte. 

Sonja 21.07.2022, 07.36 | (0/0) Kommentare | PL

Jay Kristoff - Empire of the Vampire #1

"Vor 27 Jahren ging die Sonne unter – und seitdem sind die Armeen der Vampire auf dem Vormarsch. Stück für Stück haben sie ihr ewiges Reich ausgedehnt und den Menschen den Boden streitig gemacht, bis nur noch an wenigen Orten ein unbeschwertes Leben möglich ist. Kleine Inseln des Lichts in einem Meer aus ewiger Finsternis.
Als der junge Gabriel de León sein Heimatdorf verlassen muss, führt ihn sein Weg nach San Michon, zum Orden der Silberwächter, einer heiligen Bruderschaft, die das Reich und die Kirche gegen den Ansturm der Bestien verteidigt. Und noch ahnt er nicht, dass er zur größten Legende des Ordens werden wird – und zur letzten Hoffnung einer sterbenden Welt."

Die alten Sachen von Jay Kristoff finde ich richtig gut und bei jedem neuen Buch hoffe ich, dass es an die früheren Romane rankommt. Viele enttäuschen mich jedoch. So auch dieses.
Eigentlich dreht sich alles nur um einen Vampir, der als ein Niemand begonnen hat, dann durch die Umstände dazu gezwungen wurde, seine Kräfte auszuloten und einzusetzen. Kurz: Viel Testosteron, wenig Story...

Die Frauenfiguren sind leider auch ein Witz. Entweder es sind kluge, aber schutzbedürftige Sidekicks oder "gefährliche Vamps". 

Ein paar Szenen sind unglaublich detailreich geschildert, bringen aber die Geschichte nicht voran. Andere sind total lieblos und zäh.
Ich kann nicht einmal sagen, worauf es hinauslaufen soll. Ich habe kurz nach der Hälfte abgebrochen, weil ich es einfach nur überflüssig fand. 

Sonja 15.07.2022, 09.21 | (0/0) Kommentare | PL

Öffentliche Bücherschränke im Saarland


Ich mag öffentliche Bücherschränke und habe schon so ein paar im Saarland besucht. 
Heute standen zwei auf meiner Liste, für die ich ins schöne Mandelbachtal gefahren bin. 

Die blaue Telefonzelle steht in Ormesheim am Raiffeisenmarkt. 
Das hübsche und sehr geräumige Häuschen befindet sich im Ortskern von Wittersheim
Beide Schränke waren super gepflegt und ordentlich. 
Ein paar Bücher habe ich dort gelassen, ein paar mitgenommen. 

Eine Übersicht zu öffentlichen Bücherschränken im Saarland findet man auf der Webseite vom Entsorgungsverband Saar. 

Sonja 14.07.2022, 12.35 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Anders de la Motte - Spätsommermord

"Im August 1990 zelten fünf Jugendfreunde an einem stillgelegten Steinbruch in Süd-Schwede
n. Sie haben die Schule beendet, heute Nacht wollen sie zum letzten Mal diesen Sommer baden und dann erwartet sie das richtige Leben. Aber als der Morgen graut und der erste Herbst-Regen fällt, liegt einer der Freunde tot im dunklen Wasser. Ein tragischer Unfall, lautet das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen … aber viele in der kleinen Kommune Nedanås zweifeln daran.

Als siebenundzwanzig Jahre später Anna Vesper von der Mordkommission Stockholm, auf der Flucht vor einer ganz persönlichen Tragödie, nach Nedanås zieht, setzen sich die Dinge wieder in Bewegung. Ein neuer, makaberer Todesfall ereignet sich, der eine Verbindung zu den Ereignissen im Steinbruch zu haben scheint, und bald werden Anna und ihre Teenager-Tochter in den alten Konflikt hineingezogen. Während Anna zugleich verzweifelt versucht, ihr eigenes Geheimnis zu wahren, nimmt sie die Ermittlungen auf. Was sie herausfindet, ist ebenso erschütternd wie gefährlich für ihr eigenes Leben … "


Wieder habe ich ein Flohmarktbuch gelesen. Zunächst tröpfelt die Geschichte ein wenig vor sich hin und springt zwischen zwei unterschiedlichen Zeiten hin und her. Allerdings sind die Charaktere interessant genug, um dranzubleiben und weiterzulesen. 
Am Ende nimmt die Spannung dann ziemlich schnell an Fahrt auf, doch die Auflösung vermag nicht so recht zu überzeugen. Sie kommt ein wenig aus dem Nichts, ist aber durchaus nachvollziehbar, 
Kann man als Sommerlektüre mal lesen, aber gibt insgesamt nicht arg viel her,

Sonja 07.07.2022, 19.09 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Clare Mackintosh - Deine letzte Lüge

 "Vor einem Jahr hat sich Caroline Johnson das Leben genommen, genau wie ihr Mann nur wenige Monate zuvor. Ihre Tochter Anna leidet schwer unter dem Verlust, fragt sich wieder und wieder, was die Eltern in den Tod getrieben hat. Besonders seit sie selbst Mutter geworden ist, quält die Ungewissheit sie mehr denn je. Sie beginnt nachzuforschen, stößt schnell auf Lügen und Ungereimtheiten. Dann aber spürt Anna, dass jemand sie beobachtet, ihr nachstellt. Schon bald muss sie lernen: Manche Dinge sollte man besser ruhen lassen .."

Ich kauf ja gern auf dem Flohmarkt Bücher. Dieses hier hab ich am Sonntag erstanden. Ich kannte die Autorin und Krimis gehen ja immer. 
Der hier hat mir überraschend gute gefallen dafür, dass ich vorher noch keine Reviews gesehen hatte.
Die Story ist zwar ein klein wenig unglaubwürdig, aber die Charaktere sind interessant und es war spannend. 
Kann ich empfehlen. Macht Spaß zu lesen.

Sonja 05.07.2022, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL

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